Version 2.0
PDF Drucken E-Mail
Ichthyologie
Autor: Heiko Brunken, 18. September 2013

 

Fische, Fischkunde, Fischerei, Ichthyofaunistik, Bestimmungsmerkmale, Taxonomie, Systematik und mehr


AG_Fischoekol_09_12_09_Heiko_Brunken_350pix
Morphometrische Untersuchungen im Labor. Foto: Heiko Brunken.

 


Ichthyologie = Fischkunde, ein Teilbereich der Zoologie, der sich mit der Biologie von Fischen beschäftigt.

Fische = Zusammenfassender und nicht zoologisch begründeter Begriff für die vier rezenten, d.h. heute noch vorkommenden Wirbeltierklassen Agnatha (Kieferlose wie Neunaugen und Inger), Chondrichthyes (Knorpelfische wie Haie und Rochen), Actinopterygii (Strahlenflosser, zu denen die überwiegende Mehrzahl unserer Fischarten gehört) und Sarcopterygii (Fleischflosser wie z.B. Lungenfische). Strahlenflosser und Fleischflosser wurden noch bis vor kurzem unter dem Begriff Osteichthyes (Knochenfische) zusammengefasst. Die übrigen Wirbeltierklassen werden als demgegenüber als Tetrapoden bezeichnet.

Diese übergreifende Definition von Fischen folgt dem Standardwerk Fishes of the World von Nelson (2006). Häufig werden als Fische aber auch nur die Knorpelfische und die Knochenfische (oder hiervon nur die Strahlenflosser) bezeichnet und diese den Neunaugen oder Rundmäulern (= Cyclostomata) gegenübergestellt.

Fazit: Für den Terminus "Fische" gibt es keine richtige Definition, sondern er wird als Arbeitsbegriff verwendet und steht in Zusammenhang mit bestimmten Anwendungen oder Lehrmeinungen.

Taxonomie = Der Bereich der Biologie, der sich mit der Benennung und Klassifizierung der verschiedenen Lebensformen beschäftigt (Campbell & Reece 2006).

Systematik = Die Erforschung der biologischen Diversität im Kontext ihrer Umwelt; schließt die Taxonomie ein und wirkt an der Rekonstruktion der Evolutionsgeschichte mit (Campbell & Reece 2006).

Ichthyofaunistik = Teilbereich der Zoologie, der sich mit der Erforschung der Verbreitung von Fischen in einem bestimmten Gebiet beschäftigt. Erfasst werden vor allem Verbreitung (Ort und Zeit), Häufigkeit und Populationsaufbau sowie begleitende Umweltparameter. Ichthyofaunistische Daten bilden eine unverzichtbare Basis der ichthyologischen Biodiversitätsforschung

 

.